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Diskussionsnachricht 000100
05.09.2014, 22:42 Uhr
Grognar
registriertes Mitglied


Ich krame mal eine Vokabel aus den guten alten Zeiten aus und die man hier schon länger nicht mehr liest:
SCHNITTHALTIGKEIT! Das ist, wenn du ein ordentliches Messer ordentlich geschärft hast und dich an Bartistos Lederanleitung hälst und dich laaange gut rasieren kannst..vllt. erinnert sich noch jemand.

Ein Anfänger sollte mit so einer Klinge schon 3 Monate durchkommen und sich auf über ein Jahr Nutzung steigern können, ohne einen Schärfdienst in Anspruch zu nehmen, einhergehend mit besser werdenden Leder und Rasurfähigkeiten.

Nun gut, Sonderfälle gibt es immer und auch ich habe ins Leder geschnitten und mir bei meinen Lederexperimenten manch Schärfe versaut.
Aber das passiert, wenn man es bewusst auf die Spitze treiben will.
Lehrgeld eben.

Das Ledern ist für manch einen Neuen, wie auch für mich damals, ein Buch mit sieben Siegeln. Man liest so viel, wie Schnell die Schärfe förmlich zerledert wird. Das macht einen Unsicher und dem ist ja nun nicht wirklich so, WENN man die Anleitung gelesen hat und auch so umsetzt.
Nebenbei, diese Zugwaagen, die Bartisto anspricht, liegen tatsächlich oft noch in Waschküchen rum und es gibt sie auch noch zu kaufen.

Leider bleibt dann möglicherweise ein Rest der Unsicherheit über..ist mein Messer wirklich top Scharf, habe ich wirklich gut geledert?
Man hat keinen Barbier um die Ecke, wo man mal eben schauen kann oder der einen mal die Hand aufs Leder drückt und sagt"So Jung musste ledern".

Mit der Anleitung hast du ein sehr solides Grundgerüst. Solange du nach dem Ledern gut rasieren kannst, ist die Welt in Ordnung und das Messer gut geledert und mehr braucht man normalerweise nicht.

Willst du es unbedingt wissen, fang an zu testen. Fängst du mit ein und demselben Messer an, bis du jedes Messer auf seine Weise lederst und dann mit vier Riemen an der Wand endest

---

Andi, mir ist gerade eingefallen, daß du in der Nähe von DieKlinge rasierst. Da wird dir sicherlich geholfen und dein letzter Zweifel ist schnell vergangen.

Diese Nachricht wurde am 05.09.2014 um 22:46 Uhr von Grognar editiert.
 
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Diskussionsnachricht 000101
05.09.2014, 22:57 Uhr
Bartisto
registriertes Mitglied


kinkjc schrieb:

Zitat:
... Aber: Bartisto hatte mal die Idee mit einer Federwage!! Ich glaube bei 1 Kg Zuggwicht hat der Riemen eine gute Spannung. Aber vielleicht könnt Ihr mal den Hinweis vom Bartisto raussuchen.

Alles nur für den Fall, wenn Du mit der Unsicherheit partout nicht klar kommst. Ich mache noch einen Vorschlag: Zieh ruhig fester am Riemen. Ein zu großer Durchhang ist eher problematisch. ...

Auf Seite 2 meiner Anleitung s14.directupload.net/images/111015/qb6bw5mt.pdf ist eindeutig die Anzugskraft angegeben. Von 1 kg ist nirgendwo die Rede. Das Raussuchen dürfte demnach nicht schwerfallen.
Ich habe auch nicht mal eine Idee mit der Federwaage gehabt sondern die Federwaage ist hier als Hilfsmittel genannt.
Auch wird nicht am Riemen irgendwie bewusst gezogen usw., usw. sondern diese Riemenspannung ergibt sich allein aus der richtigen Haltung des Riemens seiner Anbringung und dem Stand.
Entscheidend ist der minimale Absenkung des Riemens von 2- 2,5 cm, wenn das Messer über die Mitte des Riemens geht. Ja warum denn?
Weil nämlich das Leder dann den Gratbereich erreichen kann. Wird die Absenkung (Durchhang) zu groß, erfasst das Leder den Grat in einem zu großen Winkel. Das ist für dieses filigrane Gebilde nicht günstig. Ist der Riemen zu stramm gespannt, passiert am Grat herzlich wenig. Es wird hingegen die Schärffacette bearbeitet und kaum der Grat.
Nun lässt sich an einer Zugwaage leicht beobachten, wie hoch der Andruck ist, wenn sich der Riemen bei einem Anzug von 2kg um 2-2,5 cm ansenkt. Der Zeiger schlägt auf 2,3 bis 2,5kg aus. Das bedeutet, dass der Andruck zwischen bei 300 bis 500g liegt.
Nochmal: Anzug und Andruck stehen in einem Verhältnis. Entscheidend ist dabei die Absenkung des Riemens von 2- 2,5 cm beim Übergang des Messers über die Mitte.
Jetzt könnte einer mit 20 kg am Riemen zerren und mit 5kg das Messer aufpressen und würde dabei auch einen Durchhang von 2 -2,5 cm erreichen.
Das ist natürlich unsinnig. Irgendwo wird die aufgewandte Energie bleiben. Vielleicht wird sogar der Stahl warm:-)
Immer wieder werde ich bei den Kontakten, die durch den Schärfservice notwendig sind, nach diesem Andruck gefragt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass durch ein Video die Andruckkraft gezeigt werden kann. Sie kann genau so wenig gezeigt werden, wie der Geruch des Lederriemens.
Gegenstände in die Hand nehmen, die ca. 500g schwer sind, kann helfen, ein Gefühl für den Andruck zu entwickeln. Mit einem Tafelmesser auf eine Briefwaage drücken, könnte ein Mittel sein. Da aber dieser Druck aus einer Bewegung entsteht, ist hier eine Übertragung auf das Ledern
nicht so einfach.
Als brauchbarer Hinweis kann eine Orientierung am Schuhbürsten weiterhelfen und zwar das Bürsten, wenn es ums Saubermachen geht. Wer seine Schuhe nicht mehr bürstet und in Gammelgaloschen rumläuft :-) , der macht vielleicht ab und zu sein Auto sauber und bürstet die Reifen ab. So oder so ähnlich kann man sich den Andruck vorstellen und sich in den richtigen im Laufe der Zeit einfinden.
Falsches Ledern und/oder falsche Riemenspannung machen sich nicht sofort bei der Rasur bemerkbar, wie das oben behauptet wird, sie setzen aber die Standzeit der Schneide Stück für Stück herab und die Schnitthaltigkeit kann nicht weit über ein Jahr hinaus aufrecht erhalten werden, wie es bei richtigem Ledern möglich ist.

Gruß
Bartisto

--
Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten. Konfuzius

Diese Nachricht wurde am 05.09.2014 um 23:04 Uhr von Bartisto editiert.
 
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Diskussionsnachricht 000102
05.09.2014, 23:41 Uhr
kinkjc
registriertes Mitglied


@Bartisto:

--
kinkjc - wie einst die Cäsaren: "Er kam, sah und rasierte!" Die Dekadenz kommt auch nicht von ungefähr!
 
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Diskussionsnachricht 000103
06.09.2014, 13:39 Uhr
legobasher
registriertes Mitglied


Ich danke euch für die ausgiebigen Hinweise und Richtigstellungen. Mal sehen, ob ich nicht irgendwo eine Zugwaage ergattern kann. Ich meine sogar, dass hier bei mir noch irgenwo eine von der letzten Flugreise rumfliegt.
 
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Diskussionsnachricht 000104
06.09.2014, 13:54 Uhr
Bartisto
registriertes Mitglied


Eine elektronisch anzeigende Zugwaage/Anglerwaage mit einer
Messgenauigkeit von 10g bekommt man für unter 10 € kostenlos zugeschickt.
Das sollte doch wirklich nicht das Problem sein.
Außerdem gibt es für ein solches Teil bestimmt noch andere Verwendungszwecke.

Gruß
Bartisto

--
Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten. Konfuzius
 
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Diskussionsnachricht 000105
27.12.2014, 12:06 Uhr
Spawnhl
registriertes Mitglied


Guten Tag,
so nach schier endlosem lesen hier im Forum, habe ich mein erstes Messer zu Weihnachten bekommen - es gleich geschärft und prompt den Haartest bestanden. Nun habe ich ja noch nicht einmal einen eigenen Lederriemen und wollte fragen, ob ich jetzt mit dem ganz einfachen hier gut beraten bin, oder ob der mit der Leinenseite irgendeine Verbesserung mit sich bringt. Ich denke die Leinenseite von diesem Riemen kann man sowieso nicht als Chromoxidriemen benutzen, oder?
Zudem stelle ich es mir irgendwie schwierig vor den Riemen von hinten zu ölen, wenn die Rückseite dieses synthetische Seite ist.
Aber wenn Bartisto auch einen Riemen mit Leinenseite hat... da frag ich gleich mal nach
Hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest und die Gallenblase tut es noch
lg
Hannes

Mein Favorit:
shop.nassrasur.com/de/Riemen-Pasten-und-Steine/Haengeriem...
Der mit der Leinenseite:
shop.nassrasur.com/de/Riemen-Pasten-und-Steine/Haengeriem...


Bartisto schrieb:

Zitat:
...
Kommen wir zur Sache

Ich arbeite mit dem klassischen Hängeriemen www.bilder-hochladen.net/files/4aer-5d.jpg und nutze die Leinenseite nicht.
...

 
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Diskussionsnachricht 000106
27.12.2014, 12:59 Uhr
Bartisto
registriertes Mitglied


Hallo Hannes,

eine Leinenseite nutze ich nicht, auch nicht mit Chromoxyd Grün Stumpf
versetzt.
Ich möchte Dir diesen aus dem Forumsshop empfehlen.
Er lässt auch den geraden Abzug komfortabel zu und hat eine Breite, die
nicht zum Bauchen neigt.

Damit die eigentliche pdf LEDERN durch Anfragen nicht verschüttet wird, stelle ich sie hier noch einmal hin.

s14.directupload.net/images/111015/qb6bw5mt.pdf

Gruß
Bartisto

--
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Diskussionsnachricht 000107
27.12.2014, 13:12 Uhr
Spawnhl
registriertes Mitglied


Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Überrascht mich gerade ein wenig. Dachte eigentlich, dass du im Standard 4.5cm breiten Riemen Vorteile siehst gegenüber den Breiteren.
Natürlich habe ich, gerade als Anfänger, nichts gegen einen gerade Abzug Das war schon eine Herausforderung am 4.5cm Riemen von meinem Bruder... Aber denke ich habe den Kreuzstrich schon einigermaßen hinbekommen.
 
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Diskussionsnachricht 000108
14.08.2016, 16:35 Uhr
Surfmicha
registriertes Mitglied


Danke für die durchdachte und gut erklärte Technik. So verstehe ich es auch als Neueinsteiger.



Gruß
Michael

Diese Nachricht wurde am 14.08.2016 um 16:36 Uhr von Surfmicha editiert.
 
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Diskussionsnachricht 000109
15.03.2017, 19:41 Uhr
schwabenchris
registriertes Mitglied


Danke für die gute Anleitung.

Von meiner Seite aus möchte ich jedoch hinzufügen, dass der alte Mann (Berufsbarbier/Friseur in Norwegen) im Video, auf welchem am Schluss des Dokuments spöttisch verwiesen wird, größtenteils von falschen Techniken aus seiner Sicht erzählt und diese auch vorführt.

Das ganze hat mir eine Freundin übersetzt die des Norwegischen mächtig ist.
 
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Diskussionsnachricht 000110
15.03.2017, 21:31 Uhr
Bartisto
registriertes Mitglied


Hallo schwabenchris,

vielen Dank für den Hinweis. Leider bin ich nicht des Norwegischen mächtig. Es ist aber gut zu wissen, dass der Darsteller von falschen
Techniken erzählt. Das Messer ist nach diesen Torturen auf dem Leder, die sogar auf der Fleischseite stattfinden, und bei bei dieser Handhabung und Messerhaltung ruiniert, das ist meine Meinung. Ich glaube, ich stehe mit ihr nicht allein. Ich habe mir den Film noch einmal vollständig angesehen aber keine Szene gefunden, aus der eine richtige Handhabung hervorgeht.

Forumsmitglied Norb hat vor einiger Zeit hunderte von "Youtube-Lehrstückchen" ^^ durchgesehen und ist tatsächlich einmal fündig geworden.
Der Film verzichtet auf langatmiges Gerede. Es braucht auch nichts erläutert zu werden, denn das, was er zeigt und anbringen will, ergibt sich aus der Darstellung von ganz allein.

So sollte das Ledern durchgeführt werden.

https://www.youtube.com/watch?v=vyV6J4X0-2g

Vielen Dank, Norb

Gruß
Bartisto

--
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Diese Nachricht wurde am 15.03.2017 um 21:31 Uhr von Bartisto editiert.
 
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Diskussionsnachricht 000111
15.03.2017, 21:48 Uhr
El Gringo
registriertes Mitglied


Das erste Video, das ich sehe, welches wirklich korrektes Ledern zeigt. Vielen Dank für den Link!
Gruß
El Gringo

--
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Diskussionsnachricht 000112
16.03.2017, 14:31 Uhr
Norb
registriertes Mitglied


Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich meine Messer nach beiden Varianten ledere, ganz nach Lust und Laune. Also zum einen die in oben gezeigtem Video verwendete Variante und dann zum anderen die Variante, wie sie z.B. in den Videos von Lynn Abrams zu sehen ist. Beide Methoden funktionieren und bringen ein brauchbares Ergebnis. Die Bartisto'sche Methode verwende ich eher für langsames, konzentriertes Abledern, z.B. auf einem Pastenriemen. Bei dieser Methode muss man aber gut darauf achten, durch Drehen rechtzeitig die Klinge abzuheben bevor die Richtung wechselt denn sonst ist die Schneide hin und der Riemen bekommt auch was ab. Aber wem erzähle ich das ...
Diese Nachricht wurde am 16.03.2017 um 14:32 Uhr von Norb editiert.
 
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Diskussionsnachricht 000113
19.03.2017, 16:40 Uhr
~kynikos
Gast


Wenn das die einzig richtige Methode ist, ein Rasiermesser zu ledern, nun, dann mache ich seit fast 50 Jahren alles falsch... Komisch nur, dass ich die Schärfe meiner Messer trotz falscher Methode bestens zu halten vermag...
 
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Diskussionsnachricht 000114
19.03.2017, 17:49 Uhr
Stefan P. Wolf
Forumsgründer


Was genau macht Ihr denn alles anders? Abgesehen vom Kreuzen, das man
bei breiteren Riemen nicht benötigt, erkenne ich auch nur diese Me-
thode als sinnvolle Anleitung an. Natürlich geht es auch anders, aber
das würde ich dann nicht "gute Anleitung" nennen, sondern höchstens
eine Anregung für Experten (wenn nichts explizit Falsches gezeigt
wird).

Dass manche sehr erfahrenen Leute in manchen Punkten vom "Lehrbuch"
abweichen (egal ob beim Ledern, bei Wetzen oder beim Sport) bedeutet
nämlich nicht, dass deren Methode der neue Goldstandard ist. Oft
oder eigentlich immer ist die alternative Methode gleichzeitig extrem
komplex und fehleranfällig und das zusätzliche Risiko kann auch nur
der individuelle Experte zu seinem Vorteil nutzen, jeder andere fährt
bis zur vollständigen Beherrschung erstmal mit der Lehrbuchmethode
besser. Ein Fehler wäre es, gleich eine riskante, exotische Variante
(wie z.B. das Abheben und neu Aufsetzen an jedem Ende eines Zugs) als
erstes zu erlernen. Das Risiko der Schneiden- oder Riemenverletzung
ist dabei so groß, dass es für Einsteiger nicht empfehlenswert ist
(und auch nie einen Vorteil bringt -- es ist ein reines "kann man
notfalls auch machen, wenn man's denn kann").

Beim Sport kann es sich auszahlen, Anpassungen an die eigene Person
zu machen, um besser zu werden. Die klassische Methode des Abziehens
kennt aber keine Not zur Verbesserung, sie ist stets gut genug und
Abweichungen haben allenfalls da eine Berechtigung, wo man vielleicht
durch eingeschränkte Beweglichkeit von Hand oder Arm zu einer Variation
gezwungen ist, ansonsten ist es allenfalls persönliche Note und sollte
nicht an Einsteiger als überlegen verkauft werden. Jedes Element der
klassischen Methode ist auf Schutz des Materials und Fehlertoleranz
optimiert.

--
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Diskussionsnachricht 000115
19.03.2017, 20:56 Uhr
~kynikos
Gast


Geschätzter Forumsgründer!

Ich würde mich niemals erdreisten, meine Methode des Ablederns als "neuen Goldstandard" zu definieren! Mein Post darf auch nicht als Kritik (miss-)verstanden werden. Was ich zum Ausdruck bringen wollte ist, dass ich anders ledere, als es in diesem Video, in dem das Messer zwischen den Fingern geflippt wird. Da ich KEIN EXPERTE bin - weshalb ich alle Anfänger hier eindringlich ersuche, an meiner Methode ja nicht Maß zu nehmen -, fehlt mir das Fachvokabular, um Ihre Frage mit Worten beantworten zu können. Habe mich deshalb auf die Suche nach einem Video gemacht, das meine Methode zeigt und bin nach längerem Suchen fündig geworden. Kurz und bündig: Ich mache es genauso wie in diesem Video gezeigt, mit zwei Abweichungen allerdings: Ich benutze nur den Lederriemen und begnüge mich mit 20 bis 30 Zügen. Alles andere - vor allem der leicht durchhängende Riemen - ist absolut ident. Und ich kann mich nur wiederholen: Bei mir funktioniert diese Methode, und zwar seit mehr als vier Jahrzehnten. Das schließt aber absolut nicht aus, dass die andere Methode, die auch von Ihnen präferiert wird, nicht doch die bessere ist.
Mit besten Grüßen aus der Wüste
Malte

https://www.youtube.com/watch?v=2YNAZfFmN-A

Diese Nachricht wurde am 19.03.2017 um 20:59 Uhr von kynikos editiert.
 
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Diskussionsnachricht 000116
19.03.2017, 21:09 Uhr
makethingssharp
registriertes Mitglied


Die Bewegungen der rechten Hand sehen bei mir genauso aus. Funktioniert auch bei mir prima.
 
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Diskussionsnachricht 000117
20.03.2017, 07:29 Uhr
Stefan P. Wolf
Forumsgründer


Aber das ist doch genau das gleiche und steht überhaupt nicht zur
Debatte. Das war ja meine Frage, worin seht Ihr da einen Unterschied?
Das Messer wird unter dauerndem, möglichst nicht abreißendem Rücken-
kontakt an den Endpunkten so gewendet, dass nur die Schneide den Riemen
verlässt und einen 180-Grad-Halbkreis beschreibend auf die andere
Seite klappt. Auch Lynn dreht das vollkommen gestreckte Messer vor
allem durch Drehen zwischen den Fingerspitzen, unterstützt es aber mit
einer Handgelenkdrehung. Das ist nur eine Variation der *Ursache* und
muss jeder selbst ausprobieren, je nach individueller Hand führen be-
stimmte Bewegungen zu verkrampfter Haltung beim anschließenden Zug und
damit evtl. zu viel Druck, das sollte man "trockenüben", mit stumpfem
Messer auf dem Oberschenkel beim Fernsehen z.B., bis man es unverkrampft
beherrscht. Die *Wirkung* (das Messer dreht sich über den Rücken und der
Anpressdruck ist im optimalen Korridor) ist das Entscheidende.

Unter "dann mache ich seit Jahrzehnten etwas falsch" verstehe ich eine
komplett andere Technik mit Änderung der *Wirkung". Kritisiert wurden
wohl eher die unzähligen Videos, in denen der Riemen 10cm durchgedrückt
oder das Meser wie beim Streichen einer Butterstulle immer wieder abge-
hoben und mit Schwung wieder "aufgeklatscht" wird.

Was Lynn sehr schön zeigt ist die Haltung mit dem Griff schön nah am
Körper, das ist das was Bartisto mit Stellung statt irgendwie ziehen
beschreibt. Zieht man den Riemen mit langem Arm, ist das höchst vari-
abel (und ermüdend), hält man die Riemenhand dicht am Körper und zieht
praktisch mit diesem, wird es sehr stabil und wiederholbar. Da man das
Messer nicht schwer aufdrückt, muss man auch nicht "tauziehen".

--
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Diskussionsnachricht 000118
20.03.2017, 07:57 Uhr
Unheard
registriertes Mitglied


Viel Lärm um nichts.

Ich mache das nicht mit dem Handgelenk, sondern nur mit Daumen und Zeigefinger. Beides hat Vor- und Nachteile. Das Drehen zwischen den Fingern bedeutet eine etwas höhere Belastung der Haut. Bei grob serriertem Erl kann das langfristig zu Wunden führen, wenn man emfindlich ist. Mein Handgelenkt mag aber diese Drehung nicht besonders, also muss ich es so machen und aufpassen.
 
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Diskussionsnachricht 000119
20.03.2017, 11:20 Uhr
Stefan P. Wolf
Forumsgründer


Genau -- es kommt einzig und allein darauf an, was das Messer dabei
macht, nicht wie man "kurbelt" Man soll sich nicht den Arm ab-
brechen, um es mit dem Handgelenk zu machen und nicht die Finger ver-
noten, um mit diesen zu drehen. Wichtig ist, dass es möglichste unver-
krampft passiert, damit man nicht die Kontrolle über saubere Führung
und den richtigen Druck verliert. Keine zwei Bewegungsapparate glei-
chen sich. Der Schneide ist es völlig egal, wie man dreht, denn beim
Drehen liegt sie ja nicht auf. Es ist ihr nicht egal, in welchem Winkel
man sie aufsetzt und mit welchem Druck man sie in welchem Winkel führt.
Jeder muss selbst die beste Finger/Hand/Misch-Drehmethode finden, bei
der sich dann (in beiden Richtungen!) ein wirksamer und kontrollierter
Zug mit der resultierenden Haltung ausführen lässt.

--
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Diskussionsnachricht 000120
20.03.2017, 12:05 Uhr
~kynikos
Gast


Jetzt ist mir alles klar, Herr Wolf! Besten Dank für Ihre ausführlichen und für mich absolut nachvollziehbaren Erklärungen! Jetzt weiß ich, dass ich nichts falsch, sondern halt nur anders gemacht habe. Eine Erkenntnis die beruhigt...

Mit besten Grüßen
Malte
 
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Diskussionsnachricht 000121
20.03.2017, 13:34 Uhr
Ion79
registriertes Mitglied


Nomen est nomen, Herr Kynikos.
Ich lese deine Beiträge sehr gern.
 
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Diskussionsnachricht 000122
20.03.2017, 17:01 Uhr
~kynikos
Gast


Ion79 schrieb:

Zitat:
Nomen est nomen, Herr Kynikos.
Ich lese deine Beiträge sehr gern.

Vielen Dank, das freut und ehrt mich! Zumal das Lob von einem kommt, der ganz offensichtlich des Altgriechischen mächtig ist. Eine wahre Seltenheit in Zeiten wie diesen...
 
(Gast) Zitatantwort || Editieren || Löschen
Diskussionsnachricht 000123
24.03.2017, 13:21 Uhr
Norb
registriertes Mitglied


Also ich denke mal, die Grundlage dieser Diskussion ist ganz einfach die Technik, wie man das Messer beim Ledern wendet wenn man die Richtung wechselt. Im ersten Video oben (oder mittlerweile auf der vorigen Seite) wird eine Technik gezeigt, wie man das Messer (bzw. besser gesagt den Erl) zwischen Daumen und Zeigefinger dreht (Bartisto-Methode). Die Haltung der Hand ist in beiden Richtungen die selbe, das Handgelenk wird nicht verdreht. Daumen und Zeigefinger halten den Erl jeweils oben und unten, nicht an den Seiten.
Bei der anderen Technik (z.B. Video von Lynn Abrams, zweites Video) liegen Daumen und Zeigefinger bei der Bewegung vom Körper weg ebenfalls oben und unten vom Erl. Die Bewegung vom Körper weg ist bei beiden Varianten identisch. Für die Rückwärtsbewegung wird hier jedoch der Erl des Messers nur um eine Vierteldrehung zwischen Daumen und Zeigefinger gedreht, so dass Daumen und Zeigefinger den Erl nun an beiden Seiten halten und die restliche Vierteldrehung kommt aus dem Handgelenk.

Die allermeisten Videos im Internet zeigen die zweite Variante, die bei unseren amerikanischen Freunden wohl die verbreitetste Methode ist, wie man sein Rasiermesser übers Leder zieht. Bei dieser Variante lassen sich auch höhere Geschwindigkeiten erzielen, was aber weder erforderlich, noch notwendigerweise nachahmenswert ist.

Wie ich schon geschrieben habe, mache ich es mal so und mal so, je nach Lust und Laune. Beide Varianten funktionieren und bringen einen zum Ziel und man sollte keinen Glaubenskrieg daraus machen. Für einen Anfänger wäre die erste Variante (Bartisto-Methode) eher empfehlenswert bis sich mal ein Gefühl für die Balance und den richtigen Anpressdruck entwickelt hat. Ich persönlich habe allerdings das Gefühl, dass man bei der Bartisto-Methode mehr darauf achten muss, die Klinge rechtzeitig abzuheben bevor man die Bewegungsrichtung wechselt. Sonst hakt sich die Klinge im Leder fest und das Messer muss neu geschärft werden. Das kann natürlich auch beim Ledern nach der Abrams-Methode passieren wenn man nicht aufpasst.

Diese Nachricht wurde am 24.03.2017 um 13:31 Uhr von Norb editiert.
 
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Diskussionsnachricht 000124
24.03.2017, 16:26 Uhr
~kynikos
Gast


Norb schrieb:

Zitat:
Die allermeisten Videos im Internet zeigen die zweite Variante, die bei unseren amerikanischen Freunden wohl die verbreitetste Methode ist, wie man sein Rasiermesser übers Leder zieht.

Ich glaube, das war auch einmal in Deutschland die verbreitetste Methode. Mein Vater war Friseur in Berlin und hat damals auch noch sehr viel rasiert. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, dass er seine Messer genauso übers Leder zog wie Lynn in diesem Video. Auch mit unglaublicher Geschwindigkeit, aber mit einem Unterschied: Ich würde schätzen, dass er maximal 20 bis 30 Züge machte. Ich hab's von ihm gelernt und mach's bis heute genauso. Auch meine vielen Onkeln, die sich alle bis auf einen mit dem Messer rasiert haben, hielten es nicht anders. Damit will ich aber nicht sagen, dass diese Methode der "Bartisto-Methode" etwa überlegen sei. Alle Wege führen bekanntlich nach Rom, weshalb soll dann nur ein einziger zu einem gut geschärften RM führen?!...
Grüße aus der Wüste ins sicher schon frühlingshafte Deutschland
Malte

Diese Nachricht wurde am 24.03.2017 um 16:42 Uhr von kynikos editiert.
 
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